Unsere zweiwöchige Projektreise führte uns im August quer durch Nicaragua – ein Land, das uns mit seiner Vielfalt, seinen herzlichen Menschen und unvergesslichen Momenten tief beeindruckt hat. Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung auf der Insel Ometepe im Nicaraguasee und an der Pazifikküste trafen wir in unserem eigentlichen Reiseziel, unserer Partnerstadt León, ein, wo uns der Partnerschaftsverein Dario Mozartherzlich begrüßte. Schon der Besuch des großen Marktes war ein Erlebnis: bunte Stände, exotische Früchte, das geschäftige Treiben.
Besonders bewegend waren unsere Besuche im Stadtteil Sutiava, wo wir unsere Partnerschule San Juan Bautista León kennenlernen durften. San Juan Bautista ist die größte Schule des Schulclusters Sutiava, in dem insgesamt knapp 600 Kinder – sowohl vormittags als auch nachmittags – unterrichtet werden. Die Kinder empfingen uns mit strahlenden Gesichtern, und auch die Lehrer:innen nahmen sich viel Zeit, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir hatten Musikinstrumente und Spielsachen für den Pausenhof mitgebracht – die Freude darüber war riesengroß.
Gerade hier wurde uns deutlich, wie wichtig und wertvoll eine Schulpartnerschaft ist. Sie erfüllt gleich mehrere Funktionen und verfolgt klare Ziele:
- Bildung fördern: durch das Teilen von Materialien, Ideen und Ressourcen.
- Interkulturellen Austausch ermöglichen: voneinander lernen, den Horizont erweitern und Vorurteile abbauen.
- Solidarität leben: Verantwortung übernehmen und zeigen, dass Freundschaft keine Grenzen kennt.
Es ist mehr als ein Austausch von Geschenken oder Projekten – die Partnerschaft bringt Menschen zusammen, die sonst niemals aufeinandertreffen würden. Wir haben gesehen, wie sehr unsere Unterstützung das Leben der Kinder bereichern kann, und gleichzeitig haben wir selbst unglaublich viel gelernt: Dankbarkeit für Selbstverständliches, Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und die Erkenntnis, dass Freundschaft keine Grenzen kennt.
Ein besonderer Höhepunkt war eine Konferenz, bei der alle Lehrkräfte der Schulen des Clusters zusammenkamen. Gemeinsam haben wir besprochen, wie sich unsere Partnerschaft weiterentwickeln kann, wie wir die Lehrer:innen bestmöglich unterstützen und den Kindern im Schulalltag helfen können. Dadurch wurde uns bewusst, dass unsere Reise nicht nur Begegnung und Austausch bedeutet, sondern auch einen Arbeitsauftrag für die Zukunft: Verantwortung übernehmen und die Zusammenarbeit Schritt für Schritt weiter ausbauen.
Die Gespräche mit den Lehrkräften haben uns gezeigt, wie engagiert sie trotz knapper Mittel arbeiten, und die Begegnungen mit den Kindern haben uns spüren lassen, dass eine Partnerschaft auf Augenhöhe entsteht – getragen von gegenseitiger Freude und Respekt. Für uns war das ein Erlebnis, das weit über die Reise hinausgeht: Wir sind mit dem Gefühl zurückgekehrt, Teil von etwas Größerem zu sein und Verantwortung dafür zu tragen, dass diese Verbindung weiterlebt.
Neben unserer Partnerschule besuchten wir noch den Kindergarten Los Carlitos, den der Verein Städtepartnerschaft Salzburg-León vor vielen Jahren aufgebaut hat und seitdem unterstützt. Zu sehen, wie dort Kinder betreut und gefördert werden, war ein sehr bewegender Moment für uns.
Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir ins Hochland nach Matagalpa. Dort erhielten wir auf einer Kaffeefarm spannende Einblicke in den Anbau und besuchten außerdem eine Kooperative, in der die Verarbeitung von Kakao erklärt wurde – von der Bohne bis zur Schokolade.
Unser Fazit
Diese 14 Tage waren für uns ein absolutes Highlight. Wir haben atemberaubende Landschaften erlebt, spannende Abenteuer gewagt und vor allem viele herzliche Menschen getroffen. Trotz der spürbaren Armut haben uns Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft überall begleitet. Nicaragua hat uns tief berührt!

Gerhard Wildling und Jacqueline Huber
VS Maxglan 1